Eine Bildergeschichte:

1) Das sind die Bergdörfer, hier eines nahe der Pappelallee, sie alle sind schon eine echte Idylle oberhalb der Stadt. Die Welt ist bislang in Ordnung.

2) Das sind die glühenden Städte Durlach und Karlsruhe von oben, es brodelt derzeit. Die Bewohner besonders in der Innenstadt müssen gerade den Stick und die enorme Hitze ertragen. Im Stadtkern, in der Südstadt und im Westen, wo das Kohlekraftwerk der ENBW beim Aufheizen hilft, ist's noch brutaler, kaum auszuhalten, und dort bleibt niemand verschont.

3) Das ist ein Protestbanner auf der Pappelalle. Nein, nicht gegen die Hitze und deren Ursache. Es droht anderer Unbill in der Idylle: Ein Solarpark soll installiert werden. Man entrüstet sich, lehnt das Projekt ab und begründet das mit der Gefahr für die Vogelwelt und Artenschutz, dem Wegfall wertvoller Ackerböden und der Zerstörung des Landschaftsbilds, der sogenennaten badischen "Toskana".

3) Das ist die Landschaft gleich neben der Pappelallee, die jetzt durch einen Solarpark verschandelt werden soll. Es sind plastifizierte Maisäcker. Wegen der intensiven chemischen Behandlung der Böden wächst kein Unkraut und es regt sich kein Insekt. Hier gibt es keinen Artenschutz. Kein guter Platz für irgendwelches Getier.

4) Das ist die Pappelallee, genauer die Absperrung davor. Die badische "Toskana" wurde am 23.6. wegen Trockenschäden gesperrt. Die Bäume halten einfach die Hitze und Trockenheit nicht mehr aus und fallen grad so um. Sie sind Opfer des durch Treibhausgase fortschreitenden Klimawandels, dadurch verändert sich Landschaftsbild merklich, wie jeder sehen kann. Das ist leider Fakt.
Dieser Protest ist allerdings nicht das begrüßenswerte Engagement von Menschen, Initiativen, Verbänden und Gruppen, die sich gegen großmännische Machenschaften ohne Berücksichtigung menschlicher Belange zur Wehr setzen. Beispielsweise gegen Verursacher der weltweiten Klimakatastrophe aus Profitgier, unbeherrschbare Atomkraft, die fürchterlichen Kriege, die Zerstörung der Natur, die Ausbeutung der Ressourcen in der 3.Welt und deren Folgen, den Hunger in der Welt oder gegen Ungleichheit und Rassismus! So etwas ist wünschenswerte, aktiv gelebte Demokratie, in der sich Menschen einsetzen, um eine bessere Welt für alle zu ermöglichen. Da bringt man auch mal Opfer!
Nein, diese Wut geht anders. Sie bricht nur aus, wenn's einzig um die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse geht. Man fürchtet stets eine große Benachteiligung und den Verlust der eigenen "Habe", also die im Leben erreichten materiellen Errungenschaften. Droht hier Gefahr, entlarvt sich dann der brave Bürger! Er wird zum Ego-Wutbürger! Ursache dieser Phänomene sind ausgeprägte und leider weitverbreitete kleinfamiliäre oder kleinbürgerliche Gruppenegoismen. Nur wenn unmittelbare eigene Interessen zählen, wird man initiativ, man schwei0t sich zusammen und handelt. Beispiele finden sich genug.



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