26.06.2026

Not in my Backyard

 Relfexion:

Die allermeisten Leute wollen eine lebenswerte Zukunft und befürworten die Energiewende. Auch sie registrieren die Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels Doch wenn ein Windrad oder ein Solarpark in Sichtweite aufgestellt werden soll, dann verwandelt sich bei manchen ihre Zukunftsvision schnell in einen panisch heftigen Aufschrei.
Dieser Protest ist allerdings nicht das begrüßenswerte Engagement von Menschen, Initiativen, Verbänden und Gruppen, die sich gegen großmännische Machenschaften ohne Berücksichtigung natürlicher menschlicher Bedürfnisse zur Wehr setzen. Beispielsweise gegen Verursacher der weltweiten Klimakatastrophe aus Profitgier, unbeherrschbare Atomkraft, die fürchterlichen Kriege, die Zerstörung der Natur, die Ausbeutung der Ressourcen in der 3.Welt und deren Folgen, den Hunger in der Welt oder gegen Ungleichheit und Rassismus! So etwas ist wünschenswerte, aktiv gelebte Demokratie, in der sich Menschen einsetzen, um eine bessere Welt für alle zu ermöglichen. Da bringt man auch mal Opfer!
Nein, diese Wut geht anders. Sie bricht nur aus, wenn's einzig um die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse geht. Man fürchtet stets eine große Benachteiligung und den Verlust der eigenen häuslichen "Habe", also die im Leben erreichten materiellen Errungenschaften. Droht hier Gefahr, entlarvt sich dann der brave Bürger! Er wird zum Ego-Wutbürger! Ursache dieser Phänomene sind ausgeprägte und leider weitverbreitete kleinfamiliäre oder kleinbürgerliche Gruppenegoismen. Nur wenn unmittelbare eigene Interessen zählen schweißt man sich zusammen und folgt willig einem meist selbsternannten Initiator und handelt. Beispiele finden sich genug. 
Harald Braun